Das
Hefesatzverfahren
Sie
arbeiten in Ihrer Brennerei nach dem sog. Hefesatzverfahren?
D.h. die Hefe wird in einem Propagierungstank (oder
Hefegefäß) vermehrt und zu 4/5 bis 5/6
dann in den Gärtank zwecks Alkoholproduktion
verimpft. Die restlichen 1/5 bis 1/6 bleiben im
Hefegefäß und werden dort weiter vermehrt.
Und so weiter. Ein weit verbreitetes Verfahren -
gedacht, um Kosten für die Hefe zu sparen.
Aber zweischneidig, wie einige Brennereien inzwischen
erkannt haben, denn die Hefe wird mit jeder Propagierung
schwächer. Sie erzeugt nicht nur weniger Alkohol,
sondern der erzeugte Alkohol enthält auch zunehmend
unerwünschte Gärnebenprodukte. Schließlich
ist die "Schmerzgrenze" erreicht. Die
verbrauchte Hefe wird durch frische ersetzt. Neue
Propagierungszyklen beginnen.
Im
folgenden werden alternative Verfahren vorgestellt.
Sie sollen in erster Linie zum Nachdenken anregen.
Vielleicht konnten Sie bereits Erfahrungen mit den
vorgestellten oder anderen Modellen sammeln? Oder
sind Sie mit Ihrem bisherigen, oben kurz angerissenen
Hefesatzverfahren zufrieden? Ich würde mich
freuen, von Ihnen zu hören.
Alternative
Verfahren.
1.
Optimiertes Hefesatzverfahren.
Das Hefesatzverfahren wird nicht selten mit suboptimaler
Menge an Hefe und / oder Hefenährsalz betrieben.
Als Richtwert für die Einsaatmenge sollte 5
Millionen Hefezellen pro ml dienen; die Hefenahrung
sollte neben einer Stickstoffquelle - Diammoniumphosphat
(DAP) oder Harnstoff - auch Vitamin B1 enthalten.
Harnstoff ist billiger als Diammoniumphosphat und
stabilisiert außerdem den pH-Spiegel der Maische.
Wenn Sie mit optimaler Hefedosis und Hefenahrung
bei der Propagierung arbeiten, ist ihre Hefe weniger
stressanfällig. Einen zusätzlichen Schutz
bietet mein Propagation-Booster,
eine für das Hefesatzverfahren optimierte Mischung
aus für die Hefe essentiellen Mineralien und
Vitaminen. Es gibt kein vergleichbares Produkt auf
dem Markt.
Nachfolgend
einige Angaben zum optimierten Hefesatzverfahren
mit meinen Hefen in Verschlussbrennereien.
1.1 Temperaturveträgliche Turbohefe
- Erste Propagierung
Turbohefe: 180 mg/hl
Temperatur in der Maische bei Einsaat: 30 °C
- Jede weitere Propagierung
Turbohefe: etwa 1/5 des Inhalts im Hefegefäß
DAP: 30 g/hl
Propagation-Booster: 10 g/hl
Materialbedarf
|
|
Hefegefäß
|
Gärtank
|
|
Turbohefe
|
bx180 g
|
0
|
|
DAP
|
(a-1)xbx30g
|
axcx30g
|
|
PP
|
(a-1)xbx10g
|
axcx10g
|
a=Anzahl
der Hefegefäße
b=hl Maische pro Hefegefäß
c=hl Maische pro Gärtank
1.2
Temperaturverträgliche Hefe
- Erste Propagierung
Hefe: 50 mg/hl
DAP: 30 g/hl
Propagation-Booster: 10 g/hl
Temperatur in der Maische bei Einsaat: 30 °C
- Jede weitere Propagierung
Hefe: etwa 1/5 des Inhalts im Hefegefäß
DAP: 30 g/hl
Propagation-Booster: 10 g/hl
Materialbedarf
|
|
|
|
|
Hefegefäß
|
Gärtank
|
|
Turbohefe
|
bx50 g
|
0
|
|
DAP
|
axbx30g
|
axcx30g
|
|
PP
|
axbx10g
|
axcx10g
|
a=Anzahl
der Hefegefäße
b=hl Maische pro Hefegefäß
c=hl Maische pro Gärtank
Kalkulation
(Beispiel)
Das Hefesatzverfahren birgt die Gefahr von Fehlgärungen
aufgrund von gestresster Hefe und /oder Infektionen.
Die Folgen sind eine gesenkte bzw. sinkende
Alkoholausbeute(n). Meines Wissens gibt es keine
veröffentlichten Daten über den Alkoholgehalt
beim Hefesatzverfahren. Die nachfolgende Tabelle
soll den Leser auf die potentiellen Probleme
hinsichtlich Alkoholausbeute beim Hefesatzverfahren
aufmerksam machen.
|
|
|
|
Senkung
|
Verlust bei 20 Propagierungen
|
Verlust bei 100 hl je Gärtank
|
Verlust bei 1000 hl je Gärtank
|
|
0,1%
|
ax0,197
|
20 hl
|
200 hl
|
|
0,15%
|
ax0,287
|
29 hl
|
290 hl
|
|
0,2%
|
ax0,371
|
37 hl
|
370 hl
|
a=hl
Maische im Gärtank
0,1% etc: Alkoholgehalt im Gärtank sinkt
nach jeder Propagierung im Schnitt um 0,1% etc.
Verlust=hl absoluter Alkohol (100%)
2.
Nur ein Propagierungsschritt
Bei diesem Verfahren wird die Hefe nur einmal
propagiert und anschließend der ganze Inhalt
im Hefegefäß in den Gärtank überführt
und dort mit der Gärmaische vermischt. Die
Vorteile gegenüber dem herkömmlichen
Hefesatzverfahren: deutlich weniger Stress für
die Hefe und deutlich gesenktes Infektionsrisiko.
Dadurch weniger Fehlgärungen und praktisch
unveränderte Alkoholausbeute.
Nachfolgend
einige Angaben zu diesem Verfahren mit meinen
Hefen in Verschlussbrennereien.
2.1 Temperaturveträgliche Turbohefe
Turbohefe: 180 mg/hl
Temperatur in der Maische bei Einsaat: 30 °C
Materialbedarf
|
|
Hefegefäß
|
Gärtank
|
|
Turbohefe
|
axbx180 g
|
0
|
|
DAP
|
0
|
axcx30g
|
|
PP
|
0
|
axcx10g
|
a=Anzahl
der Hefegefäße
b=hl Maische pro Hefegefäß
c=hl Maische pro Gärtank
2.2
Temperaturverträgliche Hefe
Hefe: 50 mg/hl
DAP: 30 g/hl
Propagation-Booster: 10 g/hl
Temperatur in der Maische bei Einsaat: 30 °C
Materialbedarf
|
|
|
|
|
Hefegefäß
|
Gärtank
|
|
Turbohefe
|
axbx50 g
|
0
|
|
DAP
|
axbx30g
|
axcx30g
|
|
PP
|
axbx10g
|
axcx10g
|
a=Anzahl
der Hefegefäße
b=hl Maische pro Hefegefäß
c=hl Maische pro Gärtank
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